Chronologie:

Knox County liegt in Kentucky, im Osten der USA.

1990: Meldungen über ein unbekanntes Virus verbreiten sich weltweit. Die Symptome sind Unwohlsein und hohes Fieber das zum Tod führt.

1991: Das Virus ist pandemisch und verbreitet sich weltweit. Die Politiker weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Eine natürliche Mutation? Eine Biowaffe? Ein Impfstoff gegen AIDS auf Abwegen?

13.07.1991: Der erste Infizierte im County wird bestätigt. Das Militär errichtet Checkpoints um, die Menschen auf Symptome zu überprüfen. Nachfolgend tauchen vereinzelte Gerüchte vom Verschwinden unterschiedlicher Menschen auf: am Krankheitsverlauf verstorben? untergetaucht? entführt? getötet?

Januar 1992: Die Bewegung der Bevölkerung wird stark eingeschränkt. Nur systemrelevantes Personal darf ortsübergreifend reisen.

23.08.1992: Eine Variante des Virus (R1) wird bestätigt. Es verbreitet sich über die Luft, befällt die Lunge und führt bei längerer Exposition zum Tod.

Der Bunker

Der Bunker, erbaut von einer Gruppe handwerklich nicht unbegabter Menschen aus den umgebenden Städten in den vergangenen Jahren. Das Hobbyprojekt und deren Baumeister war von den Anwohnern Doe Valleys belächelt worden. Dabei hatten die Bastler unterschiedlichste Motivationen. Sicher könnten einige von ihnen als Prepper bezeichnet werden – andere wollten einfach nur in einer Gruppe begeisterter Handwerker unterschiedlichste Gewerke ausprobieren und erlernen.

Als das Virus Anfang 1991 als unkontrollierbar eingestuft wurde, stand für die Bastler fest, dass sie im Falle eines Falles darin überleben mussten. Sie beendeten ihre Bauarbeiten, begannen den Bunker bewohnbar zu machen und sammelten Vorräte.

Mitte 1991 wurde es ernst. Die ersten Menschen in Knox County waren infiziert. Das Militär, beauftragt für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen, bekam Wind vom Bunker. Ein militärisches Inspektionsteam befand ihn für langzeitig unbrauchbar und überließ ihn weiterhin den Gründern – unter der Auflage, dass keine Waffen oder Munition dort gelagert werden dürfen. Eine Ärztin aus dem Team schien begeistert von der Infrastruktur und besuchte den Bunker im Anschluss regelmäßig.

Auf ihr Drängen hin wurde eine kleine Krankenstation eingerichtet. Ihre Kenntnisse im Umgang mit Sedativa sollte Anfang 1992 dazu führen, dass der Bunker verzweifelte Menschen aufnehmen und in ein künstliches Koma versetzten konnte. Im Februar 1992 wird der erste Patient sediert.

Während sich das Virus und die Infizierten immer weiter ausbreiteten, nahm auch die Zahl dieser verzweifelten Seelen zu. Um zum Bunker zu gelangen, schlugen sich Menschen teilweise tagelang durch die Wildnis, da das Reisen von nicht systemrelevanten Personen seit Januar 1992 untersagt war.

Du bist eine dieser armen Seelen. Das letzte, woran du dich erinnern kannst ist die Ärztin – hat sie plötzlich Hasenohren auf? – über dich gebeugt:
„Ähm… das sollte reichen – glaube ich. Zähl langsam bis 10…“